Sari - Straßenhündin mit Schutzengel

Sari's Geschichte ist so unglaublich, dass wir davon erzählen müssen. Selbst unser Tierarzt Doc Talat hat so etwas in seiner 20-jährigen Laufbahn noch nie gesehen...

 

 

Sari vor der OP

Die Riesenniere

Sari nach der OP

Sari nach der OP

Sari's kaputte Hüfte

Sari endlich in Sicherheit

Sari endlich in Sicherheit

Sari wohlgenährt

 

Aber am besten fangen wir von vorne an.

 

Unsere Sandra ist vor Kurzem umgezogen. In der Straße, in der sie nun wohnt, lebt seit ca. 1 Jahr eine Straßenhündin, die immer mal wieder von den Anwohnern gefüttert wurde.

 

Die Hündin war sehr dünn - so dünn, dass man die Rippen sehen konnte. Aber sie hatte einen ungewöhnlich dicken Bauch.
Sandra wollte der Straßenhündin natürlich helfen und gab ihr jeden Tag Trockenfutter und ein Mittelchen gegen Zecken sowie eine Wurmkur. Trotz der Wurmkur blieb der Bauch unverändert dick. Sandra dachte sich: " Das kann nicht normal sein".

 

Da Sandra gerade Besuch hatte und sie die Straßenhündin sowieso kastrieren lassen wollte, ging sie also mit ihrem Besuch die Hündin suchen. Die Suche dauerte nicht lange, denn die Hündin erkannte Sandra und lief schnurstracks auf sie zu. Sie war in Begleitung eines Rüden, der kein Halsband trug. Also wurden beide Hunde ins Auto gepackt und zu unserem Tierärzteteam nach Antalya zur Kastration gebracht.

 

Der Rüde wurde als erstes kastriert und Sandra und ihr Besuch nahmen ihn direkt wieder mit und setzten ihn wieder an der Fundstelle aus, nachdem er seinen Rausch ausgeschlafen hatte.
Die Hündin blieb erst mal in der Klinik, da Doc Talat sie in Ruhe untersuchen wollte.

Doc Talat rief einen Tag später bei Sandra an und erklärte ihr, dass die Hündin eine vergrößerte Niere hatte. Wobei "vergrößert" definitiv untertrieben ist. Die Niere hatte ein Gewicht von sage und schreibe 3 Kilogramm!
So etwas hatte selbst Doc Talat noch nie gesehen. Es musste rasch operiert werden.

Die OP verlief gut und der Hündin ging es von Tag zu Tag besser. Trotz allem musste sie zur Beobachtung noch ein paar Tage in der Klinik bleiben. Die Tierärzte nannten sie in der Klinik nur Sari Köpek, was so viel bedeutet wie gelber Hund. So kam sie also zu dem Namen Sari.

Wodurch die Riesenniere enstanden ist, konnten unsere Ärzte leider nicht herausfinden. Es war definitiv kein Tumor. Es könnte sein, dass die Niere schon seit Geburt an vergrößert war und im Laufe der Zeit immer weiter gewachsen ist. Aber das ist nur eine Vermutung.

Als Sari wieder genesen war, nahm Sandra sie wieder mit und setzte sie an ihrem Stammplatz wieder aus. Sie schien sehr froh darüber, wieder daheim zu sein.

Leider schrie wohl Sari bei Allem "HIER", wenn es was zu verteilen gab, denn nicht nur die Riesenniere machte ihr zu schaffen, sondern auch noch ein alter Hüftbruch und zu allem Übel wurde sie auch noch von Menschen getreten, so dass sie eines Tages auch noch vorne humpelte.

Sandra, die mit mehreren Pflegehunden zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon überfüllt war, wollte für Sari unbedingt eine Lösung finden. Und als ob Sari es verstanden hätte, lief sie eines Tages hinter Sandra's Auto her. Sandra war hin und her gerissen, denn sie wusste, dass sie schon so viele Hunde in Pflege hatte, wusste aber auch, dass Sari auf der Straße bis jetzt nur Trauriges erlebt hatte. Letztendlich konnte sie es einfach nicht über das Herz bringen, Sari vor der Tür stehen und sie ihrem Schicksal zu überlassen. Also schloss sich die Tür hinter Sari und der erste Schritt in ein neues Leben war getan. Sari wurde von Sandra's Pflegehunden gut aufgenommen.

Sari lässt sich jeden Tag aufs Neue anmerken, wie unendlich dankbar sie ist, dass sie nun in Sicherheit in Sandra's Garten mit ihren Kumpels spielen darf.

Sie entwickelt sich zum absoluten Traumhund, denn sie fährt gern Auto, läuft ganz toll an der Leine, versteht sich prima mit Katzen und ist zuckersüß zu Kindern. Selbst Sandra's Katze Serafina, die normalerweise nicht so ein Hundefan ist, kuschelt mit Sari und schläft auf ihrem Bauch.

Wahrscheinlich wird Sari irgendwann noch mal eine Hüft-OP benötigen, aber im Moment soll sie erst mal ihr neues Leben genießen, denn Schmerzen scheint ihr die Schiefstellung der Hüfte nicht zu bereiten.


Sari wartet nun bei Sandra auf eine neue Familie, die ihr ein schönes warmes Plätzchen in Deutschland geben möchte.

Ohne Sandra's Gespür für Sari's Notlage wäre Sari nicht mehr am Leben. Sie hatte also einen echten Schutzengel an ihrer Seite, der ihr Sandra schickte.

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